Elektronische Fahrer-Assistenzsysteme bei Motorrädern

  • [shadow=blue]Elektronische Fahrer-Assistenzsysteme bei Motorrädern
    Aktueller Stand und Ausblick in die Zukunft
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    [IMG:http://www.motorradonline.de/m…r-assistenzsystemejpg.jpg]


    Der Motorradfahrer schwankt zwischen klassisch-schlichten Retro-Bikes und moderner Hightech-Maschinerie. Doch keine Frage, Bits und Bytes sind auf dem Vormarsch. Klug eingesetzt, machen sie das Fahren sicherer, einfacher und entspannter. Wie ist der aktuelle Stand der Technik, was bringt die Zukunft?


    Yamahas YZF-R1 war 1998 ein echter Knaller, ein 150-PS-Leichtgewicht mit sattem Drehmoment, giftigen Bremsen und heftiger Beschleunigung. „Nur mit viel Gefühl in der Gashand, feinmotorischer Höchstleistung auf der Bremse und hochsensiblem Popometer war die R1 zu beherrschen: Sie trennte die Spreu vom Weizen“, erinnert sich MOTORRAD-Urgestein Mini Koch. Grobmotoriker warf sie einfach ab, sie flatterten beim Wheelie hilflos am Lenker oder packten sich beim Bremsen in Schräglage aufs Ohr. Nette Anekdoten aus vergangenen Zeiten? Nicht nur, es gab leider auch schwere Unfälle von überforderten R1-Fahrern.


    Seitdem hat sich viel verändert. Heute wirken in Supersportlern jede Menge Fahrer-Assistenzsysteme diskret im Hintergrund. Dank ABS, Traktions- wie Wheelie-Kontrolle, verschiedenen Fahrmodi und elektronisch regulierten Federelementen lassen sich nun selbst 200-PS-Granaten beherrschen. Die Elektronik hat hier erhebliche Fortschritte gebracht, ist ein Sicherheitsgewinn. Beispiel ABS: MOTORRAD macht sich seit 1988 dafür stark, am Anfang gegen heftigen Widerstand von konservativ-traditionellen Fahrern. Heute bestehen selbst beinharte Racer darauf.


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  • Naja, ich sehe diese ganzen Helferlein eher als kritisch an!
    Denn jetzt kann jeder, der keinerlei Gefühl für irgendwas hat, auf ein Moped sitzen,
    den Gasgriff wann immer Er / Sie möchte bis zum Anschlag drehen,
    ohne das etwas passiert. :think: 
    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da hat es Turbo Motoren im Zweirad gegeben, und man hatte jeden Tag ein anderes Ansprechen des Fahrzeugs.
    Man musste sich also täglich an das Ansprechverhalten eines Motors gewöhnen, oder man hat eine Asphaltprobe genommen ;-)


    Mit all den Helfern kann selbst jemand, der keine zwei Schritte geradeaus hinbekommt, ein Zweirad bewegen, ohne damit gleich umzufallen,
    will heißen, mit all der Elektronik muss der Fahrer an sich nicht mehr sehr viel können, außer eben die grenzen der Regelkreise nicht zu überschreiten.


    Setz mal jemanden, der nur Fahrzeuge mit ABS, ASR, Wheeliegedöns und was weiß ich noch alles gefahren hat, auf ein "Oldschool" Moped mit einigermaßen Leistung.
    Das wird nicht lange gut gehen...


    Die Schattenseite ist, das man Mopeds ohne diesem ganzen Elektronik Müll heute fast nicht mehr verkauft bekommt.


    Das selbe gilt übrigens auch für mehrspurige Fahrzeuge (Autos), da kommen auch kaum noch Leute ohne den helferlein klar...


    Gruß Frank motorrad^

  • das Problem fängt ja schon bei Euro4 an: ohne Elektronik chancenlos! Daher mussten viele Hersteller den Verkauf bestimmter Modelle zum 1.1.17 einstellen! Man kann sich dem Fortschritt nun mal nicht verschließen, der Mensch sucht halt immer an technischen Verbesserungen, is vieleicht auch gut so, denn sonst würden wir womöglich noch in Höhlen leben.... :mrgreen:

  • mir erschließt sich zwar gerade der Zusammenhang zwischen einer Abgasnorm und Fahrdynamik Reglern nicht,
    aber ich lass mich da sehr gerne aufklären.
    Und das Fahrzeuge, die die Euro 4 nicht einhalten seit dem 01.01.2017 nicht mehr zugelassen werden können, ist nur bedingt richtig.
    Denn in der Verordnung ist beschrieben, das Neuzulassungen ( und damit ist das erlangen der Betriebserlaubnis seitens des Herstellers gemeint ), nach dem 01.01.2017, die Euro 4 Norm für Einspurfahrzeuge erfüllen muss.


    Und abgesehen davon, verschließe ich mich in keinster Weise dem Technischen Fortschritt, sondern versuche lediglich darauf hinzuweisen, das all die elektronischen Helferlein einem das Gefühl vermitteln, immer alles im Griff zu haben, aber in Wirklichkeit beim Ausfall der Systeme, sofort "auf der Fresse" landet...


    Auch ich habe Mopeds mit diesem Elektronik Schrott, weil ich die Dinger ja auch mal wieder verkaufen möchte, aber ich habe auch noch Mopeds, die keinerlei Elektronik haben, und sich auch ausschließlich mit einem Kickstarter zum leben erwecken lassen...

  • Wie können ja unendlich viel in der Vergangenheit schwelgen, so mit "damals war alles besser" aber es ist so wie es nun mal ist. Wenn aber nun hier dieses Assistenzsysteme in ihrer Funktion erklärt und gut beschrieben werden, dann ist das dahingehend eine guter Schritt, das manch einer es auch versteht, was bei Ausfall dieser System ihn erwartet...

  • Marcus schrieb:

    Wie können ja unendlich viel in der Vergangenheit schwelgen, so mit "damals war alles besser" aber es ist so wie es nun mal ist. Wenn aber nun hier dieses Assistenzsysteme in ihrer Funktion erklärt und gut beschrieben werden, dann ist das dahingehend eine guter Schritt, das manch einer es auch versteht, was bei Ausfall dieser System ihn erwartet...


    Hi Marcus,


    ich finde den Artikel als solchen gut, bin aber Meinungstechnisch eher bei Frank.
    Sicher brauchen wir uns über die Sinnhaftigkeit eines ABS am Moped nicht zu streiten, aber nur durch lesen eines Artikels wie dies regelt,
    weiß der nur mit diesem System großgewordene Biker noch lange nicht was in erwartet wenn es ausfällt. Die meisten ABS-Biker haben ja nicht mal
    ne ABS Bremsung durchgeführt um das Gefühl zu erfahren. Für mich war die Demonstration beim Sicherheitsraining mit Oliver, ein einschneidendes Erlebnis.
    Auch werden die meist notwendigen "Erhaltungsbremsungen im Regelbereich nicht durchgeführt, was dann auch zu einem Ausfall bei einer Notbremsung führen kann.


    Die anderen technischen Helferlein gehen doch meist eher in die Richtung verkausfördernde Massnahme getreu dem Motto: "Höher, schneller, weiter."
    Was nutzt mir eine Launchcontrol im öffentlichen Strassenverkehr ausser meine 180PS Rakete noch schneller abzufeuern, genauso die Wheelierkennung...
    Im Rennsport sicher sinnvoll, auf der Strasse produziert es meiner Meinung nach nur gehirnlose "Schau mal was mein Moped kann" Kandidaten.


    Warum muss ich als 65-70kg Mänchen ein Moped bewegen dass durch die ganze Elektronik 285kg Leergewicht auf die Waage bringt, beim Rangieren ohne Motor
    nützen mir die Helferlein nix, das Gewicht muss ich schieben, drehen und halten!!!!


    Die Entwicklung solcher Systeme ist sicher nicht aufzuhalten, aber diese vorbehaltslos als "Gewinn" zu bezeichnen?
    Ich weiß nicht.


    Das scheint mir wie mit den Carbonteilen wegen Gewichtseinsparung und den 10kg zusätzlichen Weihnachtspfunden des Fahrers....
    Heute verwenden wir alle möglichen Leichtbaumaterialien und die zusätzlichen Motroren und Regelkreise der "Helferlein fressen diese wieder auf...


    Voll einstellbares Fahrwerk, Zug und Druckstufenverstellung, alles sinvoll einzustellen für die unterschidlichsten Verhältnisse/Anforderungen,
    wer von uns hat das dauernd angepasst? Ich nicht. Heute gibst ein Knöpfchen auf das man drückt.


    Wenn Intresse des Nutzers besteht ist Alles sinnvoll darzulegen, aber die Mehrheit weiß damit nichts anzufangen...


    Ich stelle jetzt mal die provokante Frage:
    Wer hat, wenn er sich im Rahmen der StVO bewegt, schon den Bedarf an ASR, Launchcontrol und CO? ABS ausgenommen.

    Christian
    :thumbup:Die Linke zum Gruß und immer eine handbreit Asphalt unter den Reifen :thumbup:
    Seit ich die Grenzen, die man mir setzte, nicht mehr anerkenne,
    nicht mehr als Grenze erlebe, spüre ich erst, wie stark ich bin.
    ....wie grenzenlos ich sein kann!

  • Ic h finde es toll, das dieses Thema so viel Zuspruch findet. Nutzen oder keinen, ihr Tausch Euch reich darüber aus und so soll es sein.


    Natürlich ist es kein Ersatz etwas trocken in der Theorie zu erklären. Aber es mit diesem Wissen zu verwenden erleichtert es die Zusammenhänge und Abläufe zu verstehen.



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  • Ich berichte mal von meiner Erfahrung am Ostermontag mit einer alten Honda XL50 - legal aufgebrezelt auf 100ccm2-Motor und oldtimermäßig natürlich ohne ABS:


    Sowohl auf regennasser wie auch trockener Fahrbahn waren leider einige Bremsmanöver (einmal Vollbremsung wegen eines Autofahrers) von rutschendem, schlingerndem Hinterradgewackel begleitet. Einmal auf nasser Straße mit gerade mal 30 km/h. Da war ich doch etwas perplex. Habe die Kleine zwar erfolgreich zum Stilstand gebracht, aber trotzdem hat mich erstaunt, wie schnell das Hinterrad beim Bremsen blockiert.
    Kenne ich zwar - wenn auch nicht sooo derb - von früheren Fahrten mit meinem Möppelchen, bin ich aber als ABS-verwöhnte Motorradfahrerin nicht mehr gewöhnt!


    Toll ist bei den alten Mopeds natürlich, dass man viel selbst reparieren und zusammenpfriemeln kann. Positiv ist auch, dass man durch Fehlen sämtlicher Assistenzsysteme fahrtechnisch gefordert wird, dadurch viel lernt, und v.a. auch nachvollziehbar und begreifbar wird, wie man beim Fahren oder Bremsen richtig agiert.
    Manche Assistenzsysteme dienen dem Komfort (und darüber freuen darf sich selbstverständlich wer möchte), manche unterstützen, andere hingegen nehmen dem Fahrer m. E. einfach zu sehr das Denken ab, oder wiegen den Fahrer in scheinbarer Sicherheit obwohl er fahrtechnisch schlecht agiert. Wie soll ein Fahrer lernen, Vorderrad- und Hinterradbremse richtig einzusetzen und zu dosieren, wenn ihm ein System, egal welche Bremse er betätigt, automatisch beide Bremsen kombiniert und optimiert?
    Ich denke auch mit Schrecken an Brummifahrer, deren LKWs so ausgestattet sind, dass sie sich während der Fahrt nicht mehr konstant auf das Fahren konzentrieren, sondern nebenher auf dem Armaturenbrett die Zehennägel schneiden oder Zeitung lesen. :shock: 
    Und es gibt Assistenzsysteme, die einfach nur nerven oder kontraproduktiv sind, und deshalb meist ausgeschaltet werden.



    Über die sichere Bremsung mit ABS-System beim Motorradfahren bin ich natürlich froh! :D


    Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, welche Features er haben möchte, solange bei den heutigen wie auch zukünftigen Motorräderns noch eine gewisse Wahl möglich ist.


    Gruß von Pims.

  • In jedem grösseren Unternehmen gibt es einen Werbespruch der lautet: "Vorsprung durch Technik" Ich wurde in meinem Unternehmen zu diesem Werbespruch befragt, was mir da einfällt. Ganz Einfach
    Technik macht abhängig.
    Das beobachte ich immer wieder im Berufsleben, dass junge Mitarbeiter nicht mehr Bohren können wenn die Akkubohrmaschine keinen Saft mehr hat.
    Es beginnt mit dem Taschenrechner und hört bei ABS auf, wir sind ohne Technik und Helferlein aufgeschmissen.
    Die heutige Industrie ist bemüht, Mist zu entwickeln den nicht jeder braucht (Kühlschrank mit Internet :think: )
    Ich betrachte das ABS als Sicherheitsgurt, den wir ständig im Auto tragen, aber selten nutzen.
    Ich stell daher die Frage, sind wir noch in der Lage zu beurteilen wenn die Helferlein eingreifen?
    Ich merke es nur beim ABS wenn ich es bewusst einsetze, oder verstellbare Fahrmodi, dann hört es schon auf.

  • Das Motorrad ABS hat die Unfallzahlen schon wesentlich reduziert.Am besten sind die Teilintegralen Systeme ( VR auf HR, HR -Bremse frei).Vollintegrale Systeme (VR auf HR und HR auf VR) werden eigentlich nicht mehr hergestellt, weil diese keinen Sinn machen- ein Motorrad benötigt eine freie HR-Bremse um das Zweirad im instabilen Bereich zu stabilisieren.
    Natürlich machen weitere Assistenzsysteme Sinn, das hat was mit der stark gestiegenen Leistung zu tun, bei über 100PS ist z.B. ein ASR sehr sinnvoll, weil es in der Kurve ein ausbrechendes HR verhindert.
    Gut ist es natürlich wenn man die Eigenheiten des Zweirades ohne assistenzsysteme "erfahren" hat

  • Nicht zu vergessen das doch sehr sinnvolle Kurven-ABS, was durchaus auch gut zu funktionieren scheint oder die Traktions-Controlle bei Leuten die kein Gefühl mehr für den Gasgrif verspüren - wie bei mir[emoji1] zumindest sehe ich auch blink-blink, wenn diese beim rausbeschleunigem aus feuchten Kurven zugreift. Yeah....Hauptsache es macht Spaß.
    Aber wenn beim mir am Akkuschrauber der Sprit ausgeht, habe ich echte Probleme, eine Handbohrmaschine zu finden [emoji2] [emoji2] [emoji2]


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